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Szenenfoto
Situation (Kann vorgelesen oder frei erzählt werden)

Die Textilfirma Textalen in Karlsdorf stellt Sportbekleidung her. Sie hat nun beim Gemeinderat des Ortes einen Antrag auf Genehmigung von Sonntagsarbeit gestellt. Erst vor fünf Jahren ist die Samstagsarbeit eingeführt worden. Das hatte damals zu großen Diskussionen und auch Protesten geführt. Mittlerweile ist die Samstagsarbeit aber weitgehend akzeptiert. Die Firma hat ca. 300 Beschäftigte und ist seit über 100 Jahren der einzige große Arbeitgeber am Ort. Mehrfach gab es im Ort schon Gerüchte, die Firma solle verkauft oder gar geschlossen werden. Den Arbeiterinnen und Arbeitern wird eine ordentliche Sonntagszulage in Aussicht gestellt. Die Kirchengemeinde bekommt Wind von der Sache und schaltet sich ein.

Folgende Personen sind beteiligt:

  • Der Firmenchef und -inhaber JÜRGEN BOSS, ein cooler Typ, der knallhart kalkuliert.
  • Die Betriebsratsvorsitzende MONIKA NADLER, Nähermeisterin und allein erziehende Mutter von drei älteren Kindern. Sie ist der Kummerkasten der ganzen Belegschaft, kennt aber, wenn sie sauer ist, keine Verwandten mehr.
  • EDUARD WICHTIG, macht sich nicht nur wichtig, sondern er ist es auch, schließlich ist er Laienvorsitzender des Kirchengemeinderats. Dreinreden lässt er sich nur von seiner Frau, die bei Textalen arbeitet.
  • Pfarrerin LUISE KUNZE-SCHNEIDER, die nicht nur einen Doppelnamen trägt, sondern auch modern denkt - allerdings nicht immer so, wie sich andere das vorstellen.
    WERNER SCHOLLE, der Bürgermeister von Karlsdorf, hat es noch jedes Mal geschafft, die Bevölkerung hinter sich zu bringen - wahrscheinlich deshalb, weil er sich bis zum Schluss alle Möglichkeiten offen hält.
    o ELSE FROMMER, 85 Jahre alt und ziemlich fromm, aber keine Spur von reif fürs Altersheim. Wen sie noch als Baby kennt, dem nimmt sie so leicht nichts ab.

Beim Planspiel gibt es folgende Aktionsformen:

  • Brief an eine andere Person (ggf. zur Kenntnis auch an andere).
  • Öffentliche Mitteilung an alle anderen, z.B. Leserbrief in der Zeitung, Flugblatt, Rundmail, öffentlicher Aushang, ... - Brief 5 mal schreiben und Mitteilungsart auf dem Briefbogen vermerken!
  • Einladung zu einem Gespräch (muss 10 Min. im Voraus angekündigt werden, Protokoll schreibt einer der MitarbeiterInnen, das Protokoll geht beiden Gesprächspartnern zu). Jedes Team darf maximal drei Einladungen zu einem Gespräch aussprechen. Ein Gespräch geht genau 5 Min. (Stoppuhr!).

Wichtiger Hinweis: Der zugewiesene Raum darf von der Gruppe nur zu einem Gespräch verlassen werden.

Materialien:

Planspiel Material 1 (26 kB)
Planspiel Material 2 (23 kB)
Planspiel Material 3 (20 kB)

Aus: Anknüpfen – Praxisideen, Sonntagsarbeit in Karlsdorf, © 2005 Thomas Ebinger



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