
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren
Oder: Wenn ich der Gott bin, der dich befreit hat, dann wird es dir wichtig sein ein gutes Verhältnis zu deinen Eltern zu haben.Ursprünglich will das Gebot alte Menschen in einer Gesellschaft von Menschen schützen. Sie sollen durch ihre Kinder in ihrer Existenz gesichert werden. Eine tolle Geschichte um die Versorgung alter Menschen findest du im Bibelbuch Rut. Tipp: Einfach in eurer Bibel zu Hause Nachlesen!
Wir Menschen sind nicht aus uns selbst heraus auf dieser Welt. Wir haben Eltern, die auch Eltern haben. Wir werden manchmal selbst Eltern von Kindern, die wiederum Kinder haben. Was bedeutet das? Wir stellen eine lange Kette von Menschen dar, die durch ihre Verwandtschaft zusammengehören. Wir leben nicht aus uns selbst, sondern haben das Leben geschenkt bekommen und können es ebenfalls weiterschenken.
Wir leben in einem Gefüge, welches sozial oder unsozial sein kann. Natürlich geht es uns besser, wenn wir in einem sozialen Gefüge leben. Jeder achtet auf den anderen. Wir Menschen verlieren uns nicht aus dem Blick. Wir greifen ein, wenn Not da ist und wir feiern zusammen, wenn wir zusammen etwas geschafft haben. Immer wieder kann man sehen, lesen und hören, wie gut sich Menschen fühlen, die anderen Menschen zur Seite gestanden sind. Wir wollen nicht alleine sein, wir brauchen andere Menschen. Wir sind Gemeinschaftswesen.
In diesem Gefüge nehmen die Eltern eine besondere Rolle ein. Sie stehen uns nah und sie prägen uns: im Guten, wie im Schlechten. Ihr Vorbild ist für unser Leben die entscheidende Prägung, in jeder Hinsicht.
Eltern können und sollen ihre Kinder fördern und lieben. Es gibt auch Fälle, in denen statt Elternliebe Ablehnung und Desinteresse steht. Das ist schlimm für die Kindern. Denn: Wir gehören zusammen, wir leiden zusammen und wir lieben zusammen. Gott, der in der Bibel oft selbst als Vater oder als Mutter geschildert wird, weist uns auf diese Aufgabe hin: Vater und Mutter nicht aus dem Auge zu verlieren. Eltern geben eine lange Zeit ihres Lebens für die Kinder. Eine Zeit, in der nichts anderes wichtig werden kann. Es ist normal, dass Kinder das als selbstverständlich ansehen. Erst als Erwachsene spüren sie häufig, wie groß die freiwilligen Opfer der Eltern waren. Unsere Vorväter und Vormütter sind wichtig für unser menschliches Gefüge. Sie haben Erfahrungen, Erlebnisse und Lösungen für uns, die wertvoll sind. Damit wir Menschen "das Rad nicht immer wieder neu erfinden müssen", ist es wichtig die Generationen miteinander sozial zu verbinden.
Eines Tages sind wir die Vorväter und Vormütter und es wird dann so mit uns umgegangen, wie wir es vorgelebt haben: sozial oder unsozial.
Was empfindest du als notwendiges soziales Verhalten gegenüber alten Menschen?
- Was ist unsoziales Verhalten gegenüber alten Menschen?
- Wie möchtest du eines Tages als alter Mensch behandelt werden?
- Wie könnte Eltern "ehren" heute praktisch aussehen?

