
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus
Regie: Rüdiger Saß Länge: 15 Minuten
Jette (13) ist von dem indischen Jungen Naresh (15), der in ihre Schule geht, fasziniert. Er soll der Sohn eines Maharadschas sein. Sie möchte ihm imponieren und lädt ihn in die Villa ein, in der ihre Mutter als Putzfrau arbeitet. Hier spiegelt sie ihm vor, Tochter schwerreicher Eltern zu sein. Naresh erkennt bald, dass Jette hier nicht zu Hause sein kann. Er lässt sich aber gern auf das Spiel ein, denn auch er mag Jette – ganz ohne Villa und großen Reichtum. Doch dann kommen die tatsächlichen Besitzer der Villa früher aus dem Urlaub zurück.
Für Jette ist es ein tiefgehendes Problem: aus einer armen Familie zu kommen und damit auf vieles verzichten zu müssen. Für viele Menschen verbindet sich Reichtum und Besitz mit Ansehen, mit Erfolg und mit dem Anspruch, von vielen geliebt zu werden. Jette kann sich nicht vorstellen, dass der von ihr angehimmelte indische Junge, sie auch ohne teure Markenklamotten, Stereoanlage und großem Haus einfach so mögen könnte. Sie gaukelt ihm - mit einem Trick - ein anderes Leben inkl. Villa vor, das jäh abbricht, als die eigentlichen Besitzer plötzlich erscheinen. Und Jette erlebt zu ihrer Überraschung, dass sie für Naresh auch ohne Reichtum interessant ist.

