
Wie die Filme entstanden sind, wie der Hund in Wirklichkeit heißt und wie man Kinderdarsteller wird
Am Anfang eines Spielfilms - egal ob er 10 Minuten lang ist oder wie ein richtiger Kinofilm 90 Minuten dauert, steht die Idee für eine Geschichte. Manchmal übernimmt der Drehbuchautor auch die Idee eines Kinderbuchs oder Kinderromans und setzt die Texte in Szenen, Bilder und Gespräche (man nennt das Dialoge) um. Wenn er oder sie keine Vorlage hat, muss man sich eben selbst Geschichten ausdenken. Das ist meistens gar nicht so leicht.
Manchmal gibt es auch ein Thema (wie z. B. bei den zehn Geboten) und man muss sich - weil es halt zehn Gebote sind, zehn Geschichten ausdenken. Und das können die Spezialisten, die nennt man Drehbuchautorinnen oder Drehbuchautoren. So war es auch hier. Das Thema war klar, jetzt setzten sich einige Leute mit den Drehbuchautorinnen zusammen und die dachten sich Geschichten aus. Bei einigen der zehn Gebote scheint das relativ einfach z. B. "Du sollst nicht stehlen" oder "Du sollst den Feiertag heiligen", bei anderen wie dem ersten Gebot war das schon schwieriger. Die Geschichten wurden geschrieben, Gespräche und Bilder dazu ausgedacht. Und diese wurden besprochen, umgeschrieben, neu geschrieben.
Wie so eine Drehbuchseite aussieht findest Du hier.

Filme machen kostet Geld - viel Geld, auch wenn die Filme der zehn Gebote nur jeweils 15 Minuten lang sind. Also musste sich die Produzentin, die ausschließlich Filme für Kinder herstellt, auf die Suche nach Geldgebern machen. Und sie fand Partner beim Fernsehen, dem MDR, dem BR, dem SWR. Gefördert haben diese Filme auch noch andere wie die Filmförderung aus Mitteldeutschland und die beiden christlichen Kirchen.
Nachdem das Geld für die Produktion zusammen war, fing die eigentliche Arbeit an. Alle die technisch beim Film notwendig sind und alle, die mitspielen, mussten zusammengesucht werden - samt einem kleinen Hund, der in jeder Folge vorkommt.
Und wen braucht man im Einzelnen:
Einen Mann oder eine Frau, der oder die Regie führt und aufpasst, dass die Schauspieler und die Technik auch alles genau so machen, wie das Drehbuch es vorsieht.
Und außerdem braucht man eine Kamerafrau oder einen Kameramann. Das war bei dieser Produktion ein junger Kameramann, der als Kind vor der Kamera als Kinderdarsteller gearbeitet hat.
Einer muss den Ton aufnehmen; ein anderer macht die Produktionsleitung und passt mit seinen Helfern auf, dass bei den Drehaufnahmen alles immer am rechten Platz ist und dass niemand - wenn gerade gedreht wird - durchs Bild rennt. Eine Frau macht die Maske. Wenn ein Kind im Film z. B. eine dicke Beule am Kopf hat, kann sie diese mit ihren Mixturen dorthin zaubern. Und das sieht dann täuschend echt aus.
Und wer fehlt jetzt noch? Klar die DarstellerInnen oder SchauspielerInnen.
Bei den Erwachsenen ist es nicht so schwer, sie zu finden. Man kennt sie aus anderen Filmen oder aus dem Theater. Produzent und Regisseur einigen sich auf die Schauspieler und müssen abklären, ob diese zum geplanten Drehtermin auch Zeit haben.
Aber bei den Kindern. Da geht es das nicht so einfach; und deshalb beginnt meistens das zeitaufwändige Casten an Schulen, in Freizeitheimen, auf der Straße. Probehalber werden die Kinder mit der Kamera aufgezeichnet, um zu sehen, ob sie film- und kameratauglich sind. Und wenn man die Auswahl getroffen hat, müssen natürlich noch die Eltern zustimmen. Du willst von einigen Kinderdarstellern wissen, wie sie heißen und was ihre Hobbies sind – kein Problem, dann musst Du nur hier klicken.
Was noch fehlt? Richtig der Hund. Im Film heißt er Amos – wie der Prophet in der Bibel. In Wirklichkeit heißt er aber Peter. Wenn Du über ihn mehr wissen willst. Hier ist sein Steckbrief.
Und wenn man alle - Techniker und Darsteller - zusammen hat, muss man noch die Drehorte auswählen und die Erlaubnis einholen. Man kann ja nicht einfach in einer Schule drehen, ohne das mit dem Direktor abgesprochen zu haben.
So jetzt kann es fast schon mit dem Drehen losgehen. Vorher macht jemand einen detaillierten Plan, wer an welchem Tag gebraucht wird und welche Szenen gedreht werden. Und die werden nicht hintereinander gedreht, sondern so, wie man die Kulisse bzw. der Raum jeweils benötigt. Das kann also heißen, dass man den Filmanfang und den Filmschluss hintereinander dreht, weil sie im gleichen Raum spielen.
Und jetzt wird endlich gedreht - im Falle der zehn Gebote von Anfang August bis Ende September 2005. Die mitspielenden Kinder sollten möglichst wenig in der Schule versäumen. Und Drehen beim Film, heißt vor allem Warten.
Und wenn’s dann los geht, ist es mit einer "Einstellung" nicht getan; die meisten Szenen, die gedreht werden, müssen wiederholt werden - fünf, sechs oder sieben mal, bis Regisseur und Kameramann zufrieden sind und bemerken: "gestorben" - ein komischer Ausdruck!
Wenn alles im Kasten, d.h. abgedreht ist, ist die Arbeit noch lange nicht zu Ende. Jetzt kommt der Filmschnitt, bei dem die Filmszenen in die Reihenfolge gebracht werden, wie sie das Drehbuch vorgesehen hat. Und wenn das fertig ist, muss noch der Ton gemischt werden; die Sprache der Darsteller, die Geräusche, die Musik. Und jetzt ist der Film so gut wie fertig.
Jeder, der Geld für den Film gegeben hat, muss noch sein ok geben. Dann wird der Film im Fernsehen ausgestrahlt und später in der Schule als DVD gezeigt. Er kann auch in der Bibliothek ausgeliehen werden.

