
Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten
Ursprünglich bezog sich dieses Gebot auf die Aussage vor Gericht, es betraf also die Rechtssprechung. Der Zeuge musste die Wahrheit sagen, damit kein Falscher zu Schaden kam, sprich sein Leben, seinen Besitz oder seinen guten Ruf verlor. Verboten wird also im achten Gebot die bewusste Falschaussage. Dagegen verlangt das Gebot keine Wahrheit um der Wahrheit willen, nütze oder schade sie dem anderen (Exodus 1,15f). Das Gebot kann aktuell sowohl auf die Rechtsprechung, als auch auf das alltägliche Leben bezogen werden, in dem die Rede über den Freund, Kollegen, Nachbarn, Verwandten diesen nicht beschädigen, verraten oder verleumdet soll. 
Das im Arbeitsleben stattfindende "mobben" steht für einen solchen Vorgang der Rufschädigung. Lüge oder Wahrheit bezieht sich immer auf den Mitmenschen, meinen Nächsten. Denn: auch die Wahrheit, im falschen Moment gesagt, kann meinem Mitmenschen Schaden zufügen! Manche Dinge sollten besser ungesagt bleiben! Hier kann man eine Brücke zum zweiten Gebot schlagen, wo es auch um Worte geht, die Schaden anrichten können. Keiner will verletzt werden. Warum geschieht es aber trotzdem jeden Tag aufs Neue?

