
Informationen für Eltern zu der Fernsehserie "Unsere Zehn Gebote"
Die zehn Gebote sind eine der ältesten gesetzlichen Regelungen, die einerseits das Verhältnis von Gott zu den Menschen ansprechen, andererseits das Verhältnis der Menschen untereinander regelt. Die Werteordnung unserer westlichen Gesellschaft basiert auf diesen Geboten, gleichermaßen wie die französische oder amerikanische Verfassung oder die UN-Menschenrechtscharta.Der Dekalog - griechischer Ausdruck (Zehnwort) - ist die wissenschaftliche Bezeichnung für die zehn Gebote. Von den alttestamentlichen Texten haben diese die größte Bedeutung als Grundlage des Christentums. Der Dekalog kommt in zwei geringfügig abweichenden Fassungen vor. Wahrscheinlich ist die uns vertraute (Ex 20,2-17) gegenüber der aus dem Deuteronomium (Dtn 5, 6-2) die ältere.
Katholische und lutherische Kirchen folgen der Einteilung des Augustinus, die dieser im 4. Jahrhundert vornahm und führen Ex 20,2-4 als erstes Gebot auf und begreifen Ex 20, 2.17 als zwei Gebote. Die griechisch-orthodoxe und die evangelisch-reformierte Kirche verstehen Einleitung und Fremdgötterverbot als erstes. Gebot, das Bilderverbot als zweites Gebot. Diese Zählung dürfte der Intention des alttestamentlichen Textes am ehesten gerecht werden. Die in der Tradition Luthers als neuntes und zehntes Gebot bekannten Worte sind dann als ein Gebot zu verstehen.
Die zehn Gebote gehören zu den "Basics" christlicher Verkündigung. Darüber hinaus sind sie sowohl das Urmaterial der Gesetzgebung in allen westlichen Zivilisationen als auch die unbestrittene Grundlage unserer Kultur: Emanzipation der Geschlechter, soziale Gerechtigkeit, Sozialgesetzgebung, Demokratie und Schulpflicht, das Recht des Kindes auf Kindheit sind ohne die zehn Gebote nicht denkbar.
Die Wertefrage wird in unserer Gesellschaft immer lauter angesprochen. Was macht uns aus? Wo liegen unsere Wurzeln? Aber wenn es um die Beantwortung dieser Fragen geht, tun sich viele schwer. Werte können nicht abstrakt besprochen werden. Sie müssen immer wieder neu inhaltlich gefüllt werden.
Die Serie "Unsere Zehn Gebote" hilft dabei, denn sie setzt bei dem Teil unserer Gesellschaft an, der am dringendsten Orientierung braucht: bei den Kindern. Diese Reihe buchstabiert die Bedeutung der Jahrtausende alten Gebote in den Alltag von heutigen Kindern. Unterhaltung und Wertevermittlung werden überzeugend verbunden.
Machen Sie doch gleich mal einen Test - zusammen mit Ihren Kindern, was ihre Kenntnisse betrifft:
Es geht nicht darum, dass Sie alle Gebote oder den genauen Wortlaut der einzelnen Gebote kennen - vielmehr können sie sich merken, welche der folgenden Zitate Sie spontan den zehn Geboten zuordnen würden:
1. Du sollst nicht falsches Zeugnis reden
2. Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst
3. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben
4. Du sollst den Feiertag heiligen
5. Du sollst vergeben, so wird dir vergeben werden
6. Du sollst den Namen Gottes nicht unnütz gebrauchen
7. Du sollst nicht begehren Deines nächsten Haus
8. Du sollst Deine Feinde lieben
9. Du sollst die Schöpfung bewahren
10. Du sollst tolerant sein gegenüber anderen Religionen
Und hier die Auflösung: Die Nummer 2, 5, 8, 9 und 10 gehören nicht zu den Zehn Geboten

